Zusammenfassung:Quartalsbericht

Seit über einen Monat bin ich nun in Kolumbien. Eine Menge Kultur, warmherzige Menschen, fantastische Sonnenuntergänge und eine kulinarische Hochburg durfte ich bereits erleben. Aber ich fange von ganz vorne an. Am 26. August ging es für mich auf große Reise nach Kolumbien. Mit Luise zusammen, einer anderen Austauschülerin, verabschiedeten wir uns von unseren Familien und liefen zum Security Check. Der Abschied war relativ okay, da es sich nicht wirklich Real angefühlt hat Die Reise insgesamt betrachtet war sehr entspannt, auch die Babys vor und neben mir hatten wohl einen ruhigen Tag. Der Empfang war eines der schönsten Momente. Die Gastfamilien von mir und Luise hatten eine Menge Plakate, Luftballons. Musik und ein breites Lächeln im Gesicht. Am Flughafen tanzten Sie und machten in all möglichen Konstellation ein Foto. Sie waren stolz mir präsentieren zu können, dass Sie ein deutsches Auto fahren. Als sie aber das Verhältnis der Koffer zu dem Auto sahen, hatte sich die anfängliche Euphorie schnell geändert. Ein kleiner VW, 2 Koffer und 5 Menschen. Aber was nicht passt, wird passend gemacht. 

 

Angekommen an dem Haus „meiner Tante“ warteten der Hund Rocco, Nachbarn und die ganze Familie. Nach 15 Stunden Reise bellte mich Rocco laut strak an. Mittlerweile sind wir aber beste Freunde. Sie waren alle sehr herzlich. Der Onkel der Familie hatte an diesem Tag Geburtstag somit feierten wir bis in die Nacht. Um 8 deutscher Zeit ging es dann für mich ins Bett. Somit war ich über 24 Stunden wach, da ich im Flugzeug nicht wirklich schlafen konnte. Das Eingewöhnen ging ziemlich schnell, ich fühlte mich direkt als ein Teil der Familie. Ich muss auch sagen das ich keinen Jetlag hatte. In der ersten Woche haben wir sehr viel unternommen. Wir machten Kurztrips in „nahegelegene“ Dörfer und besuchten die Familie. Alles hat hier einen echt schönen Stil und der Vibe in den Straßen ist fantastisch. Bei dem zweiten Kurztrip ging es mir leider nicht so gut. Meine Gastfamilie hatte Urlaub und der Urlaub bestand aus vielen Besuchen in Restaurants und das Testen aller Kulinarischen Highlights von Kolumbien. Jeden Tag gab es eine riesige Portion Fleisch. Ich hatte mich aber sehr schnell wieder gefangen nach mehreren Flachen Pedialyte. 

 

In Bogota unternahm ich auch Sachen mit „meiner Cousine“ und ihren Freunden. Diese erzählten mir mit einem großen Grinsen, das Sie die Leute an der Küste nicht verstehen. Da der Akzent hier sehr undeutlich und schnell ist. Wir waren gemeinsam im Kino und im Restaurant, wo ich das erste Mal Sushi getestet habe. Bei der Thematik Essen muss ich zugeben bin ich in Deutschland sehr schlimm aber zur Freude meiner Familie und meiner Oma, kann ich jetzt stolz sagen das ich nun fast alles esse.  Nach 10 Tagen Bogota, ging es dann final in meine Gaststadt- Santa Marta. Ab nun an war ich mit meinen Gasteltern allein. In Santa Marta am Flughafen wurde ich von vielen Rotariern in Empfang genommen. Der Weg vom Flughafen zum Auto war wie, als würde man gegen eine Wand laufen. 22 Uhr in der Nacht und 30 Grad. Santa Marta hat mich ab den ersten Tag an begeistert. Strand, Karibik, Berge und überall Musik. 

 

An den ersten Tagen unternahmen wir noch viel organisatorisches wie Migration und die Uniform. Funfact: Ich bin zu groß, es musste eine Uniform angefertigt werden. Ebenfalls gingen wir zur Schule und ich konnte meiner Klasse Hallo sagen. Sie waren superlieb und freuten sich riesig. 

An meinem ersten Schultag war ich wie ein bunter Hund zwischen vielen Kolumbianern. Man duzt alle Lehrer, kuschelt und massiert sich gegenseitig. Die Schüler bekommen Spitznamen z.B. Amor, oder andere Kosenamen für seinen Schatz. Als Sie mich gefragt haben, welchen ich möchte war ich erstmals ein wenig verlegen, da Sie deutsche Spitznamen gegoogelt hatten. Zur Auswahl standen Mäuschen, mein Hase, Schnuffel, Pupsi und mein Bärli. Im Endeffekt ist es Perle geworden. Mein Name ist für viele Personen sehr schwer, wie in Deutschland auch, deswegen heiße ich hier Perle oder AChicken. Der Morgen in der Schule ist jeden Tag aufs Neue spannend. Jeden Tag ist ein anderer Festtag. Valentinstag, Friedenstag und der ABC-Tag. Gestern war der Tag des Tourismus. Dies wird auch alles gefeiert. Jeden Tag gibt es entweder Morgensport für alle Formation. Bei der Formation wird die Hymne der Schule und die von Kolumbiengesungen. 

In der Schule bin ich sehr glücklich, den ganzen Tag läuft Musik und es ist gute Stimmung. Nächste Woche ist die Kulturelle Woche, wo ich und meine Klasse, Deutschland präsentieren werden. Am 30.09.2022 fahren wir als kulturelles Erlebnis mit einer Chiva. Der Mathe Unterricht ist für mich ebenfalls wie Spanisch hier. Ich muss ehrlich zugeben das ich nichts verstehe. Mein Mathelehrer kann dies nicht nachvollziehen, da Mathe überall auf der Welt gleich wäre.

 

Mit meiner Gastfamilie besuchen wir manchmal andere Familien und diese haben Söhne oder Enkel in meinem Alter. Mit denen habe ich mich direkt connectet und gut verstanden. Ich war schon einmal mit einem Freund im Restaurant und wir wollten Bowling spielen gehen. Wir kamen aber zu spät, sodass das Bowling verschoben wurde. 

 

Letzte Woche war das Introcamp in Montería. Wir hatten eine großartige Finka und es war toll alle anderen Austauschschüler kennenzulernen. Ich hatte bereits ein Rotarytreffen, bei dem ich meine Präsentation hielt. Mein Feedback war sehr gut.  Am Sonntag steht das 2.Treffen mit Rotary an. Wir werden Kindern ein Frühstück zu bereiten. Außerdem gehen wir Ende Oktober mit krebskranken Kindern zum Meer, um Ihnen das erste Mal in Ihrem Leben das Meer zu zeigen. 

 

Ich möchte mich nochmal herzlich bedanken bei allen die mir dieses Auslandsjahr ermöglicht haben. Bisher war es eine großartige Erfahrung und man wächst jeden Tag daran. Liebe Grüße nach Deutschland!